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schnorren : betteln [schnorren]


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schnorren

[ schnorrn ]
betteln

Referenz von schnorren




Art des Wortes: Verb

Erstellt von: pedrito am Jan.2006

Ähnlich klingend:            

Links: Österreichisches Wörterbuch : schnorren V W - Referenz von schnorren

Dieser Eintrag ist als Teil des Wörterbuches eingetragen.

  


Bekanntheit

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Bewertungen (72)



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Schnorren
kann auch sparsam bis geizig sein bedeuten.
von kwai11 am Dec.2006

 
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Schnorren
Ich würde es eher als: "um etwas bitten" übersetzen, obwohl es natürlich schon oft sehr negativ gebraucht wird, aber wenn jemand meint, dass jemand "So ein Schnorrer" ist, meint der ja nicht einen "richtigen" Bettler, sondern eine Person die zu oft um Zigaretten, Kleingeld etc. bittet.
von Foehre am Jun.2010

 
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@Foehre: richtig,
betteln trifft es nicht. Der Begriff wurde wahrscheinlich trotz der schlechten Übersetzung in das Buch aufgenommen, weil 2006 die Ansprüche noch nicht so hoch waren. Direkte Übersetzung fällt mir keine ein, also versuche ich zu erklären: a) jemanden aus einer vorübergehenden Knappheit heraus um eine kleine Gabe oder Zuwendung bitten (eine Zigarette, einen kleinen Geldbetrag), b) sich durch direkte Bitten oder sogenannte Schnorrbriefe durchs Leben schlagen, ohne dass Armut oder Not sichtbar würden.
von klaser am Jun.2010

 
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vielleicht "anbetteln"? - Etymologie
Jüd.-deutsche Aussprache für das im 18. / 19. Jh. weit verbreitete Volkswort ´schnurren´ = betteln. Urspr. als `Bettelmusikant mit Schnurrpfeife und Maultrommel einherziehen´, wie im Schwäbischen `schnurren´ noch spät `mit Musik betteln´ bezeichnen kann. Im 18. Jh. oft als Gaunerwort verzeichnet. (Siegmund Wolf: Wörterbuch des Rotwelschen, Mannheim 1956)
Von Schnorrern und reichen Leuten:
"Ach bitte, geben S´ mir doch eine Unterstützung. Ich bin krank, hab ein´ schlimmen Bronchialkatarrh, ich möcht nach Saint Tropez fahren." - "Also, müssen Sie Schnorrer denn ausgerechnet einen der luxuriösesten Badeorte der Welt aufsuchen?" - "Für mei´ Gesundheit ist mir nix zu teuer." Einem Schnorrer ist es gelungen, bis zum Inhaber der Bank vorzudringen und ihm sein Elend zu schildern. Der Kommerzialrat, tief beeindruckt, klingelt nach seinem Diener und befiehlt: "Jean, schmeißen Sie ihn hinaus, er zerreißt mir das Herz."Bankier zu einem Pleitier, der ihn anschnorrt: "Ich hab gestern meinen christlichen Buchhalter entlassen. Ich geb Ihnen seine Stelle und Sie bekommen im Monat sogar ein Viertel mehr." Schnorrer: "Ich hab ein´ Vorschlag - ich verschaff´ Ihnen ein´ neuen christlichen Buchhalter zum alten Gehalt, und mir zahlen S´ jeden Monat die Differenz."Ein armer Jude beharrt darauf, nur mit Rothschild persönlich zu sprechen. Schließlich erreicht er, dass er tatsächlich vorgelassen wird und bittet um eine Unterstützung. "Nun hören Sie," ärgert sich Rothschild, "deshalb mussten Sie mich persönlich behelligen?" - Nu, Herr Baron, Sie mögen mehr verstehn vom Bankgeschäft als ich. Aber wie man am besten schnorrt, das weiß ich besser als Sie." (© Salcia Landmann, Jüdische Witze, Freiburg i. Br. 1962, und dtv 139)
von Koschutnig am Jun.2010

 
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Von Schnorrern und reichen Leuten
Schnorrer: "Sie haben mir versprochen, mir jeden Monat ein paar Gulden zu geben, bis ich die Mitgift für mei´ Tochter beisammen hab." Hausherr: "Hören Sie, zufällig hab ich erfahren, dass Ihre Tochter letzte Woche gestorben ist!"
Schnorrer: " Na und? Seind Sie der Erbe von meiner Tochter oder bin´s ich?"
Hausherr zum Schnorrer: "Na gut, ich schenk Ihnen diese Hose. Schauen Sie, sie ist noch fast neu."
"Gott soll Sie segnen! Noch a einzige Bitte: Kaufen S´ mir diese Hos´ da ab! Schauen S´ selber, sie ist noch fast neu!"Der Schnorrer hat keinen Pfennig erhalten. Zum Abschied wünscht er feierlich: "Mög´ es Euch ergehen wie den Erzvätern Abraham, Isaak und Jakob!"Hausherr verwundert: "Ihr segnet mich?"Schnorrer: "Was heißt segnen? Hab ich nicht gewünscht, dass Ihr herumirrt wie Abraham, blind werdet wie Isaak und hinkt wie Jakob?" (Nach Salcia Landmann: "Jüdische Witze", dtv - dem aufmerksamen albertusmagnus ist der Fehler im Vornamen - z/c - aufgefallen. Danke!)
von Koschutnig am Jun.2010

 
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Das ist doch allgemeindeutsch. Und mit betteln nicht gut übersetzt.
von berberitze am May.2016

 
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Das Verb "schnorren" für Kleinigkeiten wie eine Zigarette erbetteln ist im ganzen deutschsprachigen Raum umgangssprachlich. Es müsste hier gelöscht werden.
von Standard am May.2016

 


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Derzeit sind über 1300 Wörter ins Wörterbuch aufgenommen wobei es weit mehr eingetragene Wörter gibt.

Die Ursprünge des Wörterbuches entstanden vor etwa 15 Jahren als ich von Österreich nach Deutschland gezogen bin und mehr mit hochdeutsch sprechenden Menschen zu tun hatte.

Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich gebräuchlichen bairischen und alemannischen Dialekte.

Das vom österreichischen Unterrichtsministerium mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche österreichische Wörterbuch dokumentiert das Vokabular der deutschen Sprache in Österreich seit 1951.

Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein wichtiger Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; einige dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe anzuwenden.

Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.