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Lottogefäll, Lottogefälle : Glücksspielsteuer [Lottogefäll, Lottogefälle] (historisch)


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Lottogefäll, Lottogefälle

das, -s, -e
Glücksspielsteuer

Referenz von Lottogefäll, Lottogefälle




Art des Wortes: Substantiv

Kategorien: Amts- und Juristensprache, Veraltet, Historisch

Tags: amtssprachlich historisch

Erstellt von: Koschutnig am Mar.2016

Links: Österreichisches Wörterbuch : Lottogefäll, Lottogefälle V W - Referenz von Lottogefäll, Lottogefälle

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Bekanntheit

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Unter den indirecten Steuern ist das Lottogefälle diejenige Abgabe, welche in den direct nicht betheiligten Kreisen am meisten Widerspruch erfahren hat
Quelle: Protokolle des Abgeordnetenhauses des Reichrates 1874/75, Beilagen
I. Verordnungen A Österreich [....]
§ 8 Wenn aus was immer für einer Ursache das von den Collectanten gesammelte Spiel nicht vor der Ziehung bei dem Amte eintreten sollte, so kann der Wett-Contract zwischen dem Lotto-Gefälle und den Spielern nicht abgeschlossen werden. [...]Die zu spät eingelangten Spiel-Listen aber werden vom Amte zurückbehalten, um die Collectanten wegen der richtigen Zurückzahlung der Geldeinsätze an die Spieler controllieren zu können
Quelle: Archiv für die Civilistische Praxis (Heidelberg 1832)

Bei dem Lottogefälle ist die Berechnung der Spieleinlagen auf den Kopf der Bevölkerung vom Anfang an in ähnlicher Weise durchgeführt wie später in den gedruckten Tafeln
Quelle: Statistische Monatschrift (1913)


Auch in Bayern (damals noch "Baiern") liebte man die Steuer aufs Lottospiel gar nicht:
Gegen die Lottogefälle ist am meisten geeifert worden [...] Bei dem Drange der Verhältnisse, der Unmöglichkeit, die Einnahme einer Million zu entbehren, der außerordentlichen Schwierigkeit, sie auf anderem direktem oder indirektem Wege zu ersetzen, mußte dieses Gefäll in das Budget aufgenommen werden.
Quelle: Baierische Landtags-Zeitung, Band 7 (1819)

Das Gefäll(e) bezeichnete im Steuerwesen des Mittelalters und weiter bis spät ins19.Jh. verschiedene Abgaben, bes. Monopol- oder Verbrauchssteuern wie Salzgefälle,Tabakgefälle, Wein- und Biergefälle, die jedoch im 19. Jh. zum Unterschied vom hauptsächlich österr. "Lottogefälle" auch in anderen Staaten noch recht häufig galten, weshalb sie nicht eingetragen wurden.

Dazu Beispiele aus Österreich:
Aus den Nachweisungen über das Salzgefälle ist insbesondere der Ausweis über die Gestehungskosten und Verschleißpreise hervorzuheben
Quelle: Statistische Monatschrift (1913)
oder
Der Wert des hiefür bezahlten Einlösungspreises war im Berichtsjahre 1,760.609 Kronen vom ungarischen Tabakgefälle und 936.025' Kronen vom österreichischen Tabakgefälle.
Quelle: Volkswirtschaftliche Mitteilungen aus Ungarn (1909)

Man sehe dazu aber z.B. in einer deutschen Arbeit aus Frankfurt/Main den Vergleich der Einnahmen aus den "Tabak-Gefällen" ( o h n e Anführungszeichen!) in 15 europ. Staaten:
Nachden neuesten Angaben wird im Jahre 1851 der Reinertrag der Tabak-Gefälle in den verschiedenen Staaten Europas also angeschlagen: in Frankreich zu 88,640,406 Francs. Großbritanien zu 89,600,000 -, Spanien 23,638,889 -, Portugal ....
Quelle: Friedrich Tiedemann. Geschichte des Tabaks (Frankfurt 1854)

von Koschutnig am Mar.2016

 


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